Eine magische Nacht

Spvgg. 05 Oberrad - SC Viktoria Griesheim 2:0 (0:0)

 

Tore: 1:0 Feta Suljic (52.), 2:0 Timo Becker (84.)

 

Zuschauer: 530

 

Ein Bericht von Pedro Acebes

 

 

Die riesige Euphoriewelle trägt unsere erste Mannschaft derzeit von Sieg zu Sieg. In der Winterpause von allen totgesagt, hat das Team von Trainer Mustafa Fil nach der Winterpause mit sechs Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage schon 20 Punkte eingesammelt. Macht nun mit den elf Zählern vor der Winterpause nun summa summarum 31 Punkte und Rang 14, der derzeit zum Klassenerhalt in der Hessenliga reichen würde.

 

Präsident Stefan Uhl sprach von einer "magischen Nacht" und Trainer Mustafa Fil hatte so etwas "in meiner gesamten Karriere als Trainer und Spieler noch nicht erlebt". 530 Zuschauer verwandelten die "Grie-Soß-Arena" in ein Tollhaus. Der Fanblock an der Mittellinie koordiniert von Fabi wird von Spiel zu Spiel voller und der Support durch die kreativen Gesänge immer besser. Das überträgt sich auf den Rest der Arena und jeder einzelne Spieler wird von dieser Euphoriewelle getragen und läuft noch einen Schritt schneller und spielt noch besser. Mittlerweile sind Siege keine Überraschung mehr, denn auch die Gegner haben gehörigen Respekt davor, was in Oberrad seit der Winterpause auf die Beine gestellt wurde. Wohlgemerkt größtenteils mit Akteuren, die in der Hinrunde sich noch als hessenliga-untauglich erwiesen hatten.

 

Oberrad spekuliert auf Ballgewinne

 

In den ersten 45 Minuten sahen die begeisterten Zuschauer wieder das typische frühe Anrennen der Gastgeber, die Südhessen ließen sich davon in ihrer spielerischen Linie keineswegs aus dem Konzept bringen und agierten recht souverän. In der sehr chancenarmen ersten Hälfte hatte nach einem Eckball der mit vorgerückte Oberräder Innenverteidiger Sebastian Weigand die erste Kopfballchance, damit brachte der ehemalige Bad Vilbeler den Griesheimer Torhüter Robin Schwarz aber nicht in Bedrängnis. Auf der anderen Seite waren die Griesheimer durch einen Schuss von Aret Demir aus halblinker Position gefährlich, der Ball landete am Außennetz. Auch den Platzherren gelang es kaum, Chancen zu kreieren. Meist spekulierten die Oberräder auf Ballgewinne, um schnelle Gegenstöße fahren zu können. Über ruhende Bälle wurde es dann doch gefährlich. Einmal brachte Lars Günther einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo Ertugrul Erdogan am Tor vorbei köpfte. Auf Seiten der Südhessen setzte Sören Marbe einen Kopfball am Tor vorbei und der mal wieder etliche Kilometer laufende nimmermüde Südkoreaner Jongin Park wurde nach einem Zuspiel von Abdussamed Gürsoy im Strafraum abgeblockt. Nach einer intensiven und kurzweiligen ersten Hälfte wurden die Seiten torlos gewechselt.

Suljic tritt Welle der Begeisterung los

 

Nach Wiederbeginn drängten die Platzherren vehement auf den Führungstreffer und wurden belohnt. Zunächst scheiterte Stürmer Feta Suljic noch am Griesheimer Keeper, der den Ball abklatschen konnte. Drei Minuten war der junge Mann, der sich nun immer besser in der Hessenliga in Szene setzen kann, erfolgreich und löste eine Welle der Begeisterung aus. Betim Mezimi hatte den Ex-Seligenstädter steil geschickt, Suljic drehte sich und setzte das Spielgerät flach in die rechte Ecke zum 1:0 (52.). Der Jubel war ohrenbetäubend und kannte fast schon keine Grenzen mehr. Getragen von dieser Euphorie drückten die 05er weiter auf die Tube, Gürsoys Schuss wurde von Schwarz gehalten, diesmal verstolperte Suljic überhastet. Drei Minuten später schlug die „Kampfmaschine“ David Schmelz einen Freistoß von der Mittellinie hoch in den Strafraum, Abwehrspieler Timo Becker stieg am höchsten und köpfte auf das Tor. Schwarz parierte und hielt auch den Nachschuss von Park, der nur eine Minute später flach am Tor vorbeischoss. Mittlerweile war bei Viktoria Griesheim mit Eugen Schiffmann ein alter Bekannter auf Oberräder Seite eingewechselt worden, der in der letzten Saison das grüne Trikot getragen hatte. Kurz nach seiner Hereinnahme sorgte der ehemalige Junioren-Nationalspieler für Wirbel, sein Linksschuss ging Richtung Torwinkel, aber der überragende Torwart Hrvoje Vincek parierte großartig. Auf der anderen Seite war auch Griesheims Torwart Schwarz auf seinem Posten, als er Lars Günthers Schuss zur Ecke abwehren konnte. Die Südhessen bekamen indes keinen Fuß mehr in die Tür, Oberrad fuhr schnelle Konter. Gürsoy lief auf der rechten Seite auf und davon, gab dann in die Mitte zu Suljic, dessen Abschluss von Schwarz gehalten wurde. Auch der nächste Konter wurde nicht erfolgreich abgeschlossen. Erdogan mit dem langen Pass auf Park, dessen Drehschuss vom Schlussmann der Südhessen gehalten wurde. Oberrad brauchte dann einen Eckball, um mit dem zweiten Tor die „Grie-Soß-Arena“ endgültig zum Kochen zu bringen. Günthers Ecke segelte von der rechten Seite in die Mitte, Timo Becker köpfte zum 2:0-Endstand in den Winkel (84.) und der nächste Dreier für die im Dezember noch mausetoten 05er war perfekt.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Stefan Uhl: „Es war eine magische Nacht! Es sind einige hier im Raum, die schon länger hier her gehen. Viele haben heute gesagt, dass sie das noch nie erlebt haben. 530 Zuschauer sind Saisonrekord. Aber das allergeilste war, dass an einem Freitagabend nach dem Spiel um 21.30 Uhr 100 Kinder auf dem Platz stehen und alle Spieler der Ersten Mannschaft kennen und mit ihnen feiern. Das ist das, wo wir hin wollen. Das ist der Masterplan von Oberrad 05″.

 

Griesheims Trainer Angelo Barletta: "Unter dem Strich ein Riesenrespekt, was Oberrad auf die Beine gestellt hat. Ich habe Musti am Samstag angerufen – das macht man normalerweise nicht unter Trainern, wenn man die Woche darauf gegeneinander spielt – für mich war Oberrad in der Winterpause tot. Ich hätte keinen Cent mehr auf sie gesetzt. Was hier bewegt worden ist, das war eine Riesenatmosphäre für Oberräder Verhältnisse. Es hat Spaß gemacht, auch wenn wir verloren haben“.

 

Trainer Mustafa Fil: "Die Mannschaft hat sich von den Zuschauern inspirieren und leiten lassen. Was hier heute passiert ist, habe ich in meiner kompletten Karriere als Trainer und Spieler noch nie erlebt. Was dieser Verein geschaffen hat auch dank unserer Marketingabteilung und der Jugendabteilung, das ist phänomenal. Was hier in den letzten Wochen passiert ist, das habe ich noch nie erlebt. Ich konnte mich kaum auf das Spiel konzentrieren, weil ich emotional vom Publikum mitgerissen war".

 

 

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